kein-anderes-Evangelium
Seltsame Ehegründe
Christen sind angeblich die, denen es um Ehe geht ... um eine gute Ehe natürlich. Aber man bekommt schnell den Eindruck, daß es Ziele gibt, die noch höherwertig sind: etwa kein Sex vor der Ehe ... oder stabile Ehen (statt gute).
Weil junge idealistische Christen sich an das weit verbreitete fromme Sexverbot halten wollen, heiraten sie sehr früh. Oft in einem Alter, wo sie noch nicht wissen, was Liebe ist (statt Verliebt-Sein) und wie sie sich anfühlt ... man lehrt sie, daß Liebe Entscheidung sei ... und entsprechend häufig existieren viele dieser "Ehen" nach zehn Jahren nicht mehr. Ich stelle aber sehr in Frage, ob das die Schuld der beiden Beteiligten ist; denn sie haben nur umgesetzt, was ihnen als gut verkauft worden ist.
Aber das sagt ihnen natürlich niemand, wenn es dann zum Ehecrash kommt. Stattdessen müssen sie auch noch diese seltsame Art frommen Mitleids über sich ergehen lassen, von der man nicht genau weiß, was eigentlich wirklich dahinter steckt ... vielleicht der heimliche Neid auf die, die aus dem Ehegefängnis entkommen sind und noch mal die Chance haben, es beim nächsten Mal besser zu machen?
Aus den existierenden Ehen kommt auch selten Hilfreiches - denn die Beteiligten dort dürfen über ihre Ehe gar nicht so genau nachdenken, denn sonst kommt sie ganz schnell in die Gefahrenzone. In einer solchen Situation muß Liebe Entscheidung sein, denn sonst würde man merken, daß da im besten Fall Freundschaft, Sympathie und Zuneigung für den anderen ist. Und schlechtere Fälle sind denkbar und leider oft leidvolle Realität.
Wir wären einen wesentlichen Schritt weiter, wenn unser frommer Nachwuchs nicht mehr so früh und oft unüberlegt heiraten würde - eben weil er lizensierten Sex haben will. Und wenn er nicht heiraten würde, nur weil er angeblich unlizensierten Sex hatte (da gibt es viel falsches Verpflichtungsdenken). Und wenn er vor einer Ehe wüßte, was Liebe ist und wie sie sich anfühlt ... und auch weiß, wie es sich anfühlt, wenn der andere einen zurückliebt (bzw. auch liebt).
Das alles gilt natürlich auch für die Ü30- und Ü40-Singles: aber da ist meist das Kind schon in den Brunnen gefallen - und die Probleme sind dann andere.
... wie ich mitbekommen habe, gibt es wohl die ersten gesetzlichen Bewegungen und Gemeinden, die die Ehe durchaus für auflösbar halten. Gut so! Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer ... Gesetz bleibt Gesetz, egal wie viel Freiheit man auch in einzelnen Bereichen geben mag (etwa die Freiheit, sich eine andere gesetzliche Gemeinde zu suchen).
Übrigens nennt uns Paulus in 1.Korinter 7 auch einen guten Grund zu heiraten: daß wir den anderen sexuell begehren. Schon allein das wäre ein Riesenfortschritt bei den guten Gründen für eine Ehe.
1. Korinther 7,9: Wenn sie sich aber nicht enthalten können [wie sie das wohl gemerkt haben?
], so sollen sie heiraten, denn es ist besser, zu heiraten, als vor Verlangen zu brennen.Ein schönes Sollen - diese Variante des Heiraten-Sollens!
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