kein-anderes-Evangelium

Furcht und Zittern



Phil 2,13+ 14 "Daher, meine Geliebten - wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit -, bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern! Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen" ist natürlich auch ein guter Ausgangspunkt.

... denn wir dürfen eben nicht einfach davon ausgehen, daß Gott das Wollen und Wirken(Können) immer oder überwiegend in uns vollbracht HAT (wir warten oft noch darauf). Und um unser gegenwärtiges Wollen und Wirken klar sehen zu können, darf es eben keine Zweitmotivation von seitens des Gesetzes geben. Nur so kriegen wir ein klares Bild über unseren inneren Zustand - und das, was wir im Moment wirklich "wollen und wirken" können. Täuschung über unseren wirklichen Zustand ist also eine weitere Wirkung des Gesetzes.

... und da unsere Bedürfnisse nun mal nicht zu ignorieren sind, verlangen sie nach Erfüllung. Und da gibt es immer ein "Wollen und Wirken" in uns. Und dem werden wir so lange nachgeben, BIS Alternativen in uns entstehen - die die Bedürfnisbefriedigung sozusagen wesentlich nebenwirkungsfreier machen. Dies durch Gesetz, gemeindliche Regelkataloge oder was auch immer unterdrücken zu wollen - führt zu weiteren Sünden (etwa Heuchelei). Womit wir wieder beim Punkt wären: Sünde ist unvermeidbar! Dann aber ist es klug, sich über die Nebenwirkungen von Sünden Gedanken zu machen - und die harmloseren Varianten zu wählen.

Wer etwa seinen Wert in Jesus nicht kennt UND fühlt, wird vieles tun, um sich wertvoller zu machen (obwohl er längst wertvoll IST) - und dazu kann auch das Halten des Gesetzes gehören ("Ich bin ok, wenn ich mich an die Regeln halte"). Aber eben auch Dinge, die den Gesetzi sagen lassen "Siehst du, dazu führt die böse Gesetzlosigkeit". Aber letztlich ist es die gleiche Motivation: Wertdefizit! ... vermutlich könnte uns die Frau vom Jakobsbrunnen dazu einiges sagen.

... Regeln, die unsere Freiheit in Christus unterstützen, als "Gesetz" zu diffamieren, ist nur ein verbaler Trick. Denn an diese Regeln muß ich mich nicht halten - das Gesetz dagegen verlangt absoluten und sofortigen Gehorsam. Und diese Regeln (etwa "Bleibt in mir!") dienen nicht dazu, sich zu verdienen, was uns durch Jesus längst geschenkt ist: Erlösung, Hilfe, Segen, Annahme, Vergebung etc. ... (dieses Selbstverdienen-Wollen ist eigentlich doch eine Beleidigung Gottes, der uns alles umsonst schenken will).

... wenn es keinen Zwang gibt, das Gesetz zu halten - dann sollte man das klar sagen; und nicht wortreich verpacken, um die Gesetzis "abzuholen" ... die einzige Chance für Pharisäer ist ne klare Sprache ... und da das Leben mit und unter Gesetz nun mal keineswegs ne legitime Variante unserers Lebens mit Jesus, ist da ein wenig "Furcht und Zittern" schon angebracht; denn unser Heil, unsere Erlösung hat so schöne Auswirkungen schon in dieser Welt - das sollte man nicht verpassen.



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