kein-anderes-Evangelium

Echte Vergebung



... Vergebung ist keineswegs unsere Pflicht und ein Muß! Und auch kein "Angebot, daß du nicht ablehnen kannst"  Grin

Es ist ganz simpel: wir haben keine direkte Einflußmöglichkeit auf unsere Gefühle. Die Behauptung, Vergebung sei Entscheidungssache, läuft aber genau darauf hinaus. Es ist der alte menschliche Versuch, die eigene Willensstärke zu Gott zu machen - altertümlich auch Götzendienst genannt, dies wiederum "schwere Sünde".

Aber was dann tun? Meist ist das Wollen da zu vergeben - und darauf sollte man sich beschränken. Alles andere kann nur durch göttliche Einflußnahme geschehen, besonders Veränderungen in unseren Emotionen ... was bleibt also als das Gebet "Jesus, ich will vergeben [an sich schon ein Wunder!], mach, daß es in mir geschieht!"

... den Willen zu vergeben entdecken wir umso leichter in uns, wenn wir wissen, daß es diese Willenstärke-Vergebungstheologie bei genauerem Hinsehen wenig für sich hat. Daß unser Anteil am Vergeben sich erheblich reduziert, motiviert wesentlich stärker ... und schließlich sollen wir "vergeben, WIE Christus uns vergeben hat" - und das war für Gott wesentlich "leichter" NACH Kreuz und Auferstehung.

... negative Gefühle gegen eine andere Person sind oft nichts, was man wegseelsorgen oder wegbeten muß - diese Gefühle sind oft sehr angemessen. Häufig sind sie eine Warnung, einem Menschen eben besser nicht mehr zu vertrauen ... die Welt wird Jesus bestimmt nicht in uns sehen, wenn wir so tun, als hätten wir bestimmte Gefühle, Wünsche, Neigungen etc. nicht ... also laßt uns um Gottes willen sauer, wütend, ärgerlich sein! Vielleicht leiden wir unter diesen Gefühlen ... gut so! Denn dann sind wir auch motiviert, eine ECHTE Lösung dafür zu finden - und die lautet nicht "Vergebung ist eine Frage des Willens!"

... ach ja: und Vergeben heißt auch nicht automatisch jemanden (neu) zu vertrauen. Es heißt nur, daß ich gewillt bin, ihm seine Schuld nicht mehr nachzutragen. Daß ich das über kurz oder lang tun kann, ist ein Werk Gottes in mir.

... typisch auch, daß so viele Christen sich von den vermeintlichen Forderungen Jesu zum Vergeben so herausgefordert fühlen - und es als Appell an ihre Willensstärke verstehen. Aber niemand kann 7 x 70 Mal vergeben! Meist kann er noch nicht 1 x 1 Mal vergeben ... ich denke, daß Jesus uns damit "demütigen" will und fragt: "Und: kannst du das? Nein? Sehr gut! Dann können wir ja jetzt mal reden ..." oder er muß uns eben sagen "Das willst du selbst probieren! Na dann ... wir sprechen uns später wieder."

Und ganz wichtig auch: Segen gibt es auch ohne Vergeben! Denn Segen gibt es IMMER "ohne" (Evangelisation, Gebet, Bibellesen, Muttis Essen loben, Nett-Sein etc.) ... aber natürlich ist es eine schöne Erfahrung, wenn Gott einem geholfen hat zu vergeben ... und: Segen sollte sich auch wie Segen ANFÜHLEN! Mir scheint, da wird sich viel Übles und Hartes schöngeredet - zu "Segen" ...

Übrigens fällt "emotionales" Vergeben leichter, wenn es einem insgesamt ganz gut geht - was nicht der Fall sein kann, wenn man sich selbst unter Druck setzt, etwa beim Vergeben-Müssen ... und es fällt auch wesentlich leichter, wenn der andere sein Schuld einsieht und eingesteht - anstatt mir zu erzählen, wie verletzt ich sei und deshalb auch so empfindlich und eigentlich habe er doch gar nichts getan, aber es täte ihm leid, wenn er mich verletzt hätte (super ätzend!) ... und es fällt auch leichter, wenn ich dem anderen gesagt habe, wie ich sein Verhalten sehe und wie es sich auf mich ausgewirkt hat (Bitte vorsichtig bei Chefs und Vorgesetzten!  Cheesy )

... seltsam auch: diese Ähnlichkeit zwischen "Vergebung ist Entscheidung!" und "Liebe ist Entscheidung!" ... Hauptsache Emotionen vergewaltigen, oder was? Und das angeblich alles um Jesu willen?

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